Ich freue mich sehr, heute die Botschaft beim 50. Jahrestag der Amerika-Gedenkbibliothek zu vertreten. Mein Mann bedauert, nicht an der Veranstaltung teilnehmen zu können, und er bat mich, seine besten Wünsche zu diesem besonderen Anlass zu überbringen.
Vor 50 Jahren, am 17. September 1954, eröffnete die Amerika-Gedenkbibliothek. Als Vorbild dienten die öffentlichen Bibliotheken in den Vereinigten Staaten. Die Amerikaner waren erfreut und stolz, dass die Stadt Berlin sich entschied, mit dem von der amerikanischen Regierung gespendeten Geld eine Bibliothek zu errichten, als Gedenken an das während der Blockade Erlittene. Denn für Amerikaner sind Bibliotheken Orte der Chancen und Freiheit. Bibliotheken und Bibliothekare spielen eine entscheidende Rolle in unserer Demokratie. Bibliotheken sind Quellen der Bildung und Selbsthilfe. Sie bieten Zugang zu Informationen für alle. Sie erzählen alltägliche Geschichten und verbinden Generationen und Menschen auf einzigartige Weise. Das amerikanischen Modell einer öffentlichen Bibliothek ist nun zu einem deutschen Modell geworden – zum Großteil dank des Beispiels der Amerika-Gedenkbibliothek. Die Amerika-Gedenkbibliothek hat Berlin und die Gemeinschaft deutscher Bibliotheken bereichert, indem innovative Wege zur Erweiterung des öffentlichen Zugangs zu Informationen gefunden wurden. Aber Bibliotheken bieten uns mehr als Informationen. Bibliotheken erweitern den Horizont und die Fantasie. Sie entzünden den Funken des Lernens bei Menschen aller Altersgruppen.
Wenn Sie eine Frage über irgendetwas in der Welt haben, ist die Bibliothek der richtige Ort. Es wird immer jemand da sein, der Ihnen hilft, eine Antwort zu finden – engagierte Bibliothekare. Die wirklichen Glückwünsche gelten heute also den Bibliothekaren und Mitarbeitern der Amerika-Gedenkbibliothek. Wir würdigen Ihr Engagement – und Ihre Bereitschaft, Herausforderungen anzunehmen. Zu Beginn ihrer Geschichte war die Gedenkbibliothek ein Symbol für Freiheit in einem politisch geteilten Deutschland. Als Hauptpartner der Library of Congress bei der Förderung der virtuellen Auskunftsarbeit in Deutschland überbrückt die Bibliothek heute digitale Gräben.
Im Laufe der Jahre haben das Amerika Haus und die Botschaft bei einer Reihe derartiger Projekten eng mit der Gedenkbibliothek zusammengearbeitet. Wir sind stolz auf diese Beziehungen, und unseres Erachtens können – und müssen – wir auf diese Partnerschaft für die Zukunft aufbauen.
Als Symbol unseres Engagements habe ich einige Geburtstagsgeschenke mitgebracht.
Als erstes haben wir einen historischen Mikrofilm der New York Times. Er enthält die letzte Hälfte des September 1954 sowie einen Artikel über die Eröffnung der Gedenkbibliothek vor 50 Jahren. Das Amerika Haus würde der Gedenkbibliothek gerne 50 Jahre New York Times auf Mikrofilm überreichen – einen für jedes Jahr. Wir würden der Jugendbibliothek auch gerne eine Sammlung Kinderbücher übergeben. Ich habe ein Buch aus dieser Sammlung mitgebracht – der Rest kommt noch. Und schließlich, weil wir alle wissen, dass Bibliotheken immer Geld brauchen, einen Scheck über 5.000 Euro.
Und nun möchte ich im Namen der amerikanischen Botschaft nochmals unsere guten Wünsche für die Zunkunft aussprechen. Die Vision, das Versprechen und das Vertrauen dass diese dynamische Bibliothek den Berlinern in den letzten 50 Jahren geschenkt hat, ist Beweis dafür, dass die Entscheidung des Oberbuergermeisters Ernst Reuter, eine Bibliothek zu bauen, die richtige war.
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