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Reden John M. Koenig
 
Stuttgart, 25. Oktober 2006

Sehr geehrter Herr Dr. Kloesel-Schaefer,
Mitglieder des Deutsch-Amerikanischen Clubs,
sehr geehrte Damen und Herren,

es ist mir eine Ehre und ein Privileg, mit Ihnen heute als Vertreter der amerikanischen Botschaft nachträglich den Tag der Deutsch-Amerikanischen Freundschaft hier in Stuttgart zu feiern. Nicht nur die wirtschaftlichen und politischen, sondern auch die gesellschaftlichen Verbindungen sind messbare Zeichen des Erfolgs der Partnerschaft zwischen Baden-Württemberg und den Vereinigten Staaten. Im Laufe der vergangenen sechzig Jahre sind starke persönliche Verbindungen gewachsen. Millionen von amerikanischen GIs und ihre Familien haben hier gelebt und an den Aktivitäten der deutsch-amerikanischen Clubs teilgenommen. Dauerhafte Freundschaften sind geknüpft worden. Ich möchte Ihnen heute für Ihr Engagement danken. Ich bin auch dankbar für das Engagement von Institutionen wie dem Byrnes Institute, die diese Tradition fortsetzen.

Seitdem ich vor zwei Monaten in Berlin eingetroffen bin, habe ich viele Mitglieder der deutsch-amerikanischen Clubs kennen gelernt.

Ich war im August auf Ihrer jährlich stattfindenden Konferenz in Hamburg und traf dort Clubmitglieder aus ganz Deutschland. Vor wenigen Wochen habe ich in Nürnberg an einer Feier zum Deutsch-Amerikanischen Tag teilgenommen. Diese Möglichkeiten, mehr über Ihre Aktivitäten zu erfahren, waren sehr nützlich. Ich war sehr beeindruckt von Ihrem Einsatz und Enthusiasmus. Ich war so beeindruckt, dass ich heute meine Frau Natalie mitgebracht habe, damit sie die Clubs auch besser kennen lernen kann.

Als Diplomat habe ich mich im Laufe meiner Karriere mit verschiedenen Bereichen der transatlantischen Beziehungen befasst. Über die Jahre habe ich gelernt, dass es bei den transatlantischen Beziehungen nicht nur darum geht, dass unsere Regierungen miteinander sprechen. Vielmehr machen starke zwischenmenschliche Verbindungen die Grundlage der transatlantischen Partnerschaft aus. Das Engagement und der Einsatz der Mitglieder der deutsch-amerikanischen Clubs in Deutschland waren beim Aufbau eines starken Netzwerkes bestehend aus Menschen und Organisationen von großer Bedeutung. Was aber noch wichtiger war: Die Clubs haben Brücken in die Zukunft gebaut, insbesondere durch ihre Austauschprogramme.

Die vom Verband der Deutsch-Amerikanischen Clubs organisierten und betriebenen Programme haben einen hervorragenden Ruf. Warum? Weil sie funktionieren.

Es gibt keine bessere Bewertung der Effektivität Ihrer Austauschprogramme als die Rückmeldungen der Teilnehmer. So verschieden die Erlebnisberichte sind, in einem sind sich alle einig, nämlich bezüglich der Bedeutung der eigenen Erfahrung. Sie ist wertvoller ist als tausend Bücher, tausend Filme und tausend Erzählungen von anderen über das besuchte Land. Diese eigenen Erfahrungen führen dann auch zu einer eigenen Meinung, die den gängigen Klischees und Stereotypen widerstehen kann, weil man es einfach besser weiß! Einer der jungen Teilnehmer wünscht allen zukünftigen Austauschstudenten dieselbe Erfahrung und dabei auch "...viel Spaß, viel Selbstvertrauen, eine starke Stimme und den Mut, diese Stimme zu äußern!"

Besseres Feedback kann es nicht geben. Auch keine besseren Ergebnisse.

Lange bevor ich im US-Außenministerium arbeitete, war ich selbst zwei Mal im Rahmen von Austauschprogrammen in Deutschland – als Austauschschüler an einem Gymnasium in Mayen in der Nähe von Koblenz und als Germanistikstudent in Köln, wo ich einige Monate an der Universität verbrachte. Diese Erfahrungen haben mein Leben verändert.

Ministerpräsident Oettinger hat auch mehrmals den starken positiven Einfluss von Austauschprogrammen auf die deutsch- amerikanische Partnerschaft und ihren Multiplikatoreffekt lobend hervorgehoben.

Und Botschafter Timken ist auch überzeugt. Wir haben im vergangenen Juni eine neue Initiative der Botschaft ins Leben gerufen – "Windows on America". Sie soll jungen Menschen mit Migrationshintergrund an Schulen, die nicht in ein Studium münden, die Möglichkeit geben, die Vereinigten Staaten zu besuchen. Das sind nicht die typischen Austauschstudenten, aber sie verdienen dieselben Chancen. Bis jetzt sind Gruppen aus Köln und Berlin für jeweils zwei Wochen in die USA gereist. Bald wird eine Gruppe aus Frankfurt folgen. Wir sind bei der Finanzierung dieser Reisen stark vom Privatsektor unterstützt worden. Ich wäre sehr daran interessiert, Ihre Ideen dazu zu hören, wie wir eine noch größere Gruppe von jungen Menschen erreichen können. Ich bin mir sicher, wir sind uns alle einig, dass junge Menschen die Zukunft unserer Partnerschaft sind.

Danke also an Sie alle, die Mitglieder des Verbandes der Deutsch-Amerikanischen Clubs. Ich danke Ihnen für den positiven Beitrag zur Förderung von internationalem Respekt, internationaler Verständigung und internationaler Kommunikation. Jeder einzelne von Ihnen kann etwas verändern und verändert auch wirklich etwas, indem er uns hilft, unseren Auftrag zu erfüllen: die Zusammenarbeit mit unseren Partnern zur Schaffung einer sichereren, demokratischeren und wohlhabenderen Welt zum Wohle der internationalen Gemeinschaft. Ich danke Ihnen allen für Ihren Beitrag und Ihr Engagement bei diesem Unterfangen.

Vielen Dank.

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