Transkript der Ansprache von Condoleezza Rice auf dem Innenhof der US-Botschaft
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| Außenministerin Rice im Innenhof der Botschaft |
Was für eine großartige Botschaft. Sie ist ein Symbol für den amerikanischen Glauben daran, dass nichts unmöglich ist und alles erreicht werden kann. Ich weiß, dass es nicht leicht war, diese Botschaft hier an diesen Ort zu bringen, aber es ist nur angemessen, dass die Botschaft der Vereinigten Staaten an dem Ort steht, an dem sie sich vor dem Zweiten Weltkrieg befand, und auch dieser Platz dort drüben ist ein Beweis dafür, dass nichts unmöglich ist. Ich war 1983 zum ersten Mal in Berlin. Ich erinnere mich noch daran, dass ich Kontrollpunkte passieren musste, und ich erinnere mich an die ostdeutschen Grenzposten, die einem Angst einjagten. Ich hätte es mir niemals träumen lassen, dass ich am 1. Juli 1990 gemeinsam mit Außenminister James Baker und dem damaligen Außenminister Edward Schewardnadse sowie einer Reihe anderer Personen an einer Feier teilnehmen würde, die nicht weit von hier stattfand. Die deutsche Einheit war beschlossene Sache, als es zunächst eine Währungsunion gab, die die schrecklichen Ereignisse des Jahres 1948 rückgängig machte und einige Monate später ausgerechnet in Moskau die Abschlussvereinbarung über die Wiedervereinigung Deutschlands unterzeichnet wurde, mit der die Rechte und die Verantwortung der vier Mächte endeten und Deutschland seine Unabhängigkeit wiedererlangte. Danach dauerte es nicht mehr lange, ungefähr ein Jahr, bis Hammer und Sichel endgültig vom Kreml verschwanden, die russische Trikolore gehisst wurde und der Kalte Krieg wirklich vorbei war. Und wenn hier tatsächlich das Epizentrum des Kalten Kriegs war, ist es jetzt das Epizentrum einer anderen Welt geworden, einer Welt, in der westliche Werte triumphiert haben, in der Ost und West in einem Europa vereint sind, das vor einigen Jahrzehnten noch undenkbar war. Es ist daher immer wunderbar, an einem Ort wie diesem zu sein, weil er daran erinnert, dass die Freiheit nicht leicht stirbt, sondern in den Herzen von Frauen und Männern weiterlebt - dass sie zwar eine Weile verzögert, aber niemals vollständig verwehrt werden kann. In schwierigen Zeiten im Nahen Osten, in Afghanistan oder im Irak oder an anderen Orten auf der Welt, wo Menschen nach Freiheit streben und fest entschlossen sind, ihre von Gott gegebenen Freiheiten zu ergreifen, ist es gut, an einen Ort wie diesen zu kommen und sich das in Erinnerung zu rufen. Das ist ein weiterer Grund, warum ich gerne hier bin.
Ich möchte Ihnen allen für Ihre Arbeit zur Förderung dieser ganz besonderen Beziehungen danken. Wir haben eine gemeinsame Geschichte mit den Deutschen, in der es natürlich extreme Schwierigkeiten gegeben hat, die aber zu den stärksten und lebensfähigsten auf der Welt gehört. Ich weiß, dass Sie jeden Tag hart arbeiten, unabhängig davon, in welcher Laufbahn des Auswärtigen Dienstes Sie tätig sind oder für welche der vielen anderen hier vertretenen Behörden Sie arbeiten, insbesondere die Frauen und Männer in Uniform. Sie leisten jeden Tag weit weg von zuhause harte Arbeit, damit diese Beziehungen funktionieren. Und heute konzentrieren wir uns nicht nur auf diese Beziehungen, sondern wir setzen die Beziehungen für die Verbreitung von Wohlstand und der Werte der Freiheit auf der Welt ein. Wir leisten diese Arbeit mit den Deutschen in der NATO oder in Afghanistan und wir leisten sie im Nahen Osten. Die Tatsache, dass wir hier gerade eine Konferenz über die Sicherheit der Palästinenser abgehalten haben, zeigt, dass diese großen auf Werten basierenden Beziehungen jetzt überall auf der Welt in den Dienst dieser Werte gestellt werden. Dafür möchte ich Ihnen danken. Insbesondere möchte ich den Deutschen, unseren Ortskräften und anderen danken, die keine Amerikaner sind und hier mit uns arbeiten. Herr Botschafter, bei allem Respekt, obwohl Sie den Titel Botschafter tragen, bin ich der Meinung, dass unsere Ortskräfte überall auf der Welt in der Tat unsere Kronjuwelen sind. Wir könnten unsere Arbeit ohne sie nicht tun. Und nicht nur das. Sie sind wirklich unsere besten Botschafter, weil sie nach Hause in ihre Wohnung oder ihre Nachbarschaften gehen und wirklich sagen können, wie es ist, mit Amerikanern zusammenzuarbeiten. Ich möchte Ihnen also besonders danken. Ich danke Ihnen für die Arbeit, die Sie immer leisten, aber ich möchte Ihnen auch für das danken, was Sie in den vergangenen Tagen und im vergangenen Monat geleistet haben. Erst hatten Sie den Präsidenten hier, dann mich, und ich weiß, dass es viel Arbeit und Überstunden bedeutet, einen Besuch wie den meinen oder den des Präsidenten möglich zu machen. Ich möchte Ihnen versichern, dass es ein wunderbarer Besuch war, und dass wir hier viel geschafft haben. Ich besuche Deutschland sehr gerne. Ich freue mich darauf, in meiner verbleibenden Zeit als Außenministerin noch mindestens einmal hierher zu kommen. Vielen Dank für alles, was Sie jeden Tag tun, insbesondere für alles, was Sie in den vergangenen Tagen geleistet haben. Und damit, Herr Botschafter, würde ich gerne schließen und nun ein paar Hände schütteln. Ich danke Ihnen.



