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reden

Eröffnung von "Tödliche Medizin: Rassenwahn im Nationalsozialismus"
Deutsches Hygiene Museum Dresden
Botschafter William R. Timken jr.

Dresden
11. Oktober 2006

Es gilt das gesprochene Wort.

Herr Vogel, ich möchte dem Deutschen Hygiene-Museum für die Ausrichtung dieser Ausstellung danken.

Ministerpräsident Milbradt, Minister Schäuble, danke, dass Sie das U.S. Holocaust Memorial Museum, eines der bedeutendsten amerikanischen Nationalmuseen, in Deutschland willkommen heißen.

Ich möchte einige Minuten damit verbringen, Ihnen die Vertreter des Museums vorzustellen, die nach Dresden gereist sind, um heute Abend bei uns zu sein.

Sara Bloomfield ist die Direktorin des Holocaust Memorial Museums. Sie trat dem Museum 1986 bei, als es sich noch in der Planungsphase befand. Der Bau einer Holocaust-Gedenkstätte in den Vereinigten Staaten war mit schwierigen Fragestellungen verbunden. Sara Bloomfield wurde 1999 Direktorin des Museums, das unter ihrer Führung seine nationale und internationale Präsenz ausweiten konnte. Sie leitet eine beispielhafte öffentlich-private Partnerschaft. Mehr als die Hälfte des Jahresetats des Museums kommt von der Bundesregierung, die andere Hälfte aus privaten Spenden. Ich möchte auch Fred Zeidman und Joel Geiderman vom U.S. Holocaust Memorial danken. Ihre Großzügigkeit und entschiedene Unterstützung des Museums hat es zu einer der lebendigsten bürgerlichen Bildungsinstitutionen in den Vereinigten Staaten gemacht.

Das Holocaust Museum arbeitet eng mit dem US-Außenministerium zusammen. Wir haben ein gemeinsames Ziel: die Förderung von Frieden, Toleranz und Verständnis. Sechzig Jahre nach dem Holocaust ist unsere Welt noch immer mit Hass und blindem Fanatismus konfrontiert. Dieser Hass und dieser Fanatismus könnten ohne Kontrolle unvorstellbare und tragische Auswirkungen haben.

Das Holocaust Museum kooperiert mit dem US-Außenministerium im Rahmen der "Task Force for International Cooperation on Holocaust Education, Remembrance and Research". Diese Arbeitsgruppe setzt sich dafür ein sicherzustellen, dass die Erinnerung an den Holocaust im Vordergrund des globalen Bewusstseins bleibt. Sie unterstützt Projekte wie Schulungen für Lehrer, die Erstellung von Websites mit Bildungsmaterialien, die Erhaltung von Gedenkstätten sowie die Veröffentlichung und Übersetzung von Schulbüchern.

Vergangenen April sicherte die deutsche Justizministerin Zypries bei einem Besuch des Holocaust Museum Sara Bloomfield die Unterstützung ihrer Regierung bezüglich der Öffnung der vom Internationalen Suchdienst in Bad Arolsen verwalteten Akten zu, dem weltweit größten Archiv mit Dokumenten über den Holocaust. Es freut mich, Ihnen berichten zu können, dass ich am 1. Juli mit den Vertretern neun weiterer Nationen der Zeremonie zur Unterzeichnung des Protokolls über die Änderungen des Abkommens beiwohnen durfte, das den Internationalen Suchdienst einsetzte. Die Dokumente über die nationalsozialistischen Verbrechen in Bad Arolsen sind jetzt der historischen Forschung geöffnet worden. Forschung in diesem Bereich ist wichtig, so dass zukünftige Generationen Zeugnis ablegen können über die tragischen Ereignisse des Holocaust.

In der Ausstellung "Tödliche Medizin: Rassenwahn im Nationalsozialismus" legt die Kuratorin Susan Bachrach auch Zeugnis ab, und verweist auf die Lektionen der Geschichte.

Die Ausstellung dokumentiert, wie das nationalsozialistische Regime ein in weiten Kreisen anerkanntes wissenschaftliches Konzept nahm und es Schritt für Schritt dazu verwendete, ihre Gräueltaten zu rechtfertigen. Es handelte sich dabei um die Eugenik, die einst verkündete, das menschliche Leben durch genetische Intervention verbessern zu können. Das Konzept hat heute aufgrund der Tatsache, dass es mit dem Nationalsozialismus in Verbindung gebracht wird, jegliches Ansehen verloren, wenngleich nicht alle Relevanz, wie aktuelle Diskussionen über Abtreibung, Euthanasie und das Genomprojekt zeigen. Die ethischen mit Euthanasie, Gentests, der Züchtung bestimmter Rassen sowie Designergenen einhergehenden Fragen stellen sich selten drastischer, als wenn man sich mit der Geschichte des Nationalsozialismus in Deutschland befasst. Diese Ausstellung versucht nicht, eine leichtere Beantwortung zu ermöglichen, und genau das ist eine ihrer größten Leistungen.

Sie erinnert uns daran, niemals unsere Augen zu verschließen, uns niemals zu weigern, einen Sachverhalt anzuerkennen, und stets auf der Wahrheit zu bestehen.

Vielen Dank.


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