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Aktuell: Monat der Jazz-Musik

Jazz Appreciation MonthJeden April wird in den Vereinigten Staaten der Monat der Jazz-Musik (Jazz Appreciation Month – JAM) begangen. Er bietet die Gelegenheit, Jazz als bedeutenden amerikanischen Beitrag zur Weltkultur zu würdigen. JAM wurde vom National Museum of Amerian History der Smithsonian Institution ins Leben gerufen und hat zum Ziel, das Interesse der Öffentlichkeit an der Musik sowie an den zahlreichen talentierten Komponisten, Musikern und anderen am Jazz Mitwirkenden zu fördern.

Jazz ist die bedeutendste, einflussreichste und innovativste Musikrichtung, die ihren Ursprung in den Vereinigten Staaten hatte. Die Stadt New Orleans im Bundesstaat Louisiana wird allgemeinhin als Geburtsstadt des Jazz betrachtet. Keine Stadt außer möglicherweise New York erhält mehr Besuche von Jazz-Begeisterten als New Orleans. Nach der durch Hurrikan Katrina in der "Crescent City" am 29. August 2005 verursachten schwerwiegenden Zerstörung müssen internationale Jazz-Begeisterte möglicherweise auf Medienberichte über den Wiederaufbau von New Orleans achten, bevor sie die Stadt besuchen.

Die Bürger von New Orleans und Jazz-Liebhaber weltweit warten gespannt auf die Wiedereröffnung des französischen Viertels und der Preservation Hall, zwei einfachen Räumen, die seit 1961 eine Art Wallfahrtsort für Fans des Sounds aus New Orleans sind. Zu den anderen Schätzen, die in New Orleans wieder vor ein Publikum gebracht werden, zählen die Jazz-Ausstellung des Louisiana State Museum mit den Musikinstrumenten von Louis Armstrong, Bix Beiderbecke und anderen frühen Jazz-Meistern sowie das Besucherzentrum des New Orleans Jazz National Historical Park in der North Peters Street, in dem wieder Audio-Rundgänge und andere Informationen angeboten werden.

In den Zwanziger- und Dreißigerjahren war Kansas City in Missouri ein weiteres Zentrum des Jazz – Count Basie, Charlie Parker, Mary Lou Williams und andere Größen traten dort auf. Bei einem Besuch des ehemaligen Jazzviertels um die 18th Street und Vine Street erhält man einen Eindruck der Musik; dort befindet sich auch das American Jazz Museum und das historische Gem Theater.

In New York kann man Jazz aus allen Jahrzehnten in den zahlreichen historischen Nightclubs der Stadt hören, wie im Village Vanguard, dem Blue Note und dem Birdland. Im Apollo Theater in Harlem traten viele bekannte Jazzkünstler auf, ebenso in der Carnegie Hall in der 57th Street Höhe 7th Avenue. Das neueste Jazz-Zentrum der Stadt ist das Jazz at Lincoln Center, ein 130-Millionen-Dollar-Komplex, der im Oktober 2004 eröffnet wurde. Zum Center gehört ein Konzertsaal mit 1.200 Sitzplätzen, ein weiterer Saal für bis zu 400 Menschen mit einem atemberaubenden Ausblick über den Central Park sowie ein Nightclub für bis zu 140 Besucher, der Dizzy's Club Coca-Cola.

Im New Yorker Bezirk Queens steht das Wohnhaus des meiner Meinung nach einflussreichsten Jazzmusikers aus den USA, Louis "Satchmo" Armstrong (1901-1971). Das Louis Armstrong House bietet Führungen und einen kleinen Geschenkladen an.

Ragtime. Diese synkopierte, zumeist reine Klaviermusik gilt als eine der Wurzeln des Jazz. Eine kleine Auswahl von Ausstellungsstücken über das Leben Scott Joplins, dem "König des Ragtime", findet sich im State Fair Community College in Sedalia (Missouri) – der Stadt, in der Joplin sein berühmtes Stück Maple Leaf Rag komponierte. In Sedalia findet auch jährlich das Scott Joplin Ragtime Festival statt. In der weitaus größeren Stadt St. Louis kann man in der Scott Joplin House State Historic Site eines der Häuser besichtigen, in dem Joplin lebte.

Blues. Der Zwölf-Takt-Blues ist wohl die einzige Musikform, die ausschließlich in den Vereinigten Staaten geschaffen wurde, und der Bundesstaat Mississippi wird zumeist als Geburtsort des Blues bezeichnet. Der Staat brachte wahrlich viele große Blues-Musiker hervor, darunter Charley Patton, Robert Johnson, Howlin' Wolf, Muddy Waters und B. B. King. Die meisten von ihnen stammten aus der weiten Talaue des Mississippi Delta, das sich von Memphis (Tennessee) 322 Kilometer entlang des Mississippi in Richtung Süden nach Vicksburg (Mississippi) erstreckt. In diesem Teil des Bundesstaats Mississippi gibt es drei kleinere Blues-Museen: das Delta Blues Museum in Clarksdale, das Blues & Legends Hall of Fame Museum in Robinsonville und das Highway 61 Blues Museum in Leland.

(April 2006)


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