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Aktuell: Der 60. Jahrestag des Marshall-Plans

 Marshall Plan
“Es ist logisch, dass die Vereinigten Staaten alles tun sollten, was in ihren Kräften steht, um eine Rückkehr zu einer normalen und gesunden Weltwirtschaft zu unterstützen, weil es ohne sie keine politische Stabilität und keinen gesicherten Frieden geben kann. Unsere Politik richtet sich gegen kein Land und gegen keine Ideologie, sondern gegen Hunger, Armut, Verzweiflung und Chaos.”

George C. Marshall, 5. Juni 1947


Vor 60 Jahren, am 5. Juni 1947, hielt der US-Außenmimister George C. Marshall an der Harvard-Universität eine Eröffnungsansprache, die den weiteren Verlauf der europäischen Geschichte verändern würde. Marshall unterstrich Europas schwache Ökonomie, schlug Hilfe seitens der Vereinigten Staaten vor und forderte die kriegsgebeutelten Nationen zur Zusammenarbeit auf. Inspiriert von seiner Vision überwanden 17 westeuropäische Länder alte Rivalitäten, um zusammenzuarbeiten und neu anzufangen.


Historiker sind der Meinung, die Ereignisse der späten 1940er Jahre waren so einzigartig, dass es unwahrscheinlich sei, dass der Marshall-Plan jemals in anderer Form wiederholt werden könnte. Jedoch sagen sie auch, dass der Plan – wenn man ihn als eine der größten Errungenschaften in der Außenpolitik des letzten Jahrhunderts betrachtet – es wert ist, als maßgebliches Modell dafür studiert zu werden, wie man ein internationales Regierungsprogramm organisiert und zum Erfolg führt.

Der Plan bot massive Finanzhilfe, falls die vom Krieg zerütteten europäischen Regierungen miteinander kooperieren könnten, um das Geld zum Nutzen der gesamten Region zu verwenden. Die europäischen Regierungen mußten sich auch einverstanden erklären, amerikanische Beiträge mit ihrem eigenen Kapital abzugleichen. Das Angebot war großzügig. Aber die USA hatten selbst auch ein großes Interesse. Ein wirtschaftlich starkes Europa würde nicht länger US-amerikanische Hilfe erfordern, würde in der Lage sein, wieder amerikanische Waren zu kaufen und könnte eine kommunistische Übernahme des Kontinents verhindern helfen.


 Italienische Kinder lesen über den Marshall-Plan
 Itlaienische Kinder lesen
über den Marshall-Plan.
copyright: Library of
Congress
“Wiederherstellung”, war das Schlüsselwort im “European Recovery Program”, dem offiziellen Namen des Marshall-Plans, sagte Larry Bland, der Senior Director der George C. Marshall Foundation. Das Ziel war nicht, Handel und Expertise zu entwickeln, wo vorher nichts war, sondern Europa wieder zu seinem früheren Reichtum zu verhelfen. Westeuropa hatte ein funktionierendes Rechtssytem, in Jahrhunderten herangewachsene demokratische Regierungen und achtete Privateigentum.


Josef Joffe, einer der Mitherausgeber der “Zeit”, schrieb 2006, die bleibende Erkenntnis des Marshall-Plans war neben der der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit die strategische und weitsichtige Bereitschaft zum “Aufbau einer Ordnung, die amerikanische Interessen beförderte, indem sie die Interessen der anderen mitbediente".

(Juni 2007)

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