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Grußwort anlässlich der Eröffnung der Ausstellung:  Wege zur Freundschaft 
Berlin, Freie Universität, 9. Dezember 2008
Geschäftsträger John M. Koenig


Sehr geehrte Frau Professor Lehmkuhl,
sehr geehrter Oberst Ehlert,
sehr geehrter Herr Klose,
Dr. Etges,
meine Damen und Herren,

ich freue mich sehr, dass ich heute schon wieder an der Freien Universität sein kann, um gemeinsam mit Ihnen allen die Ausstellung “Development of a Friendship” zu eröffnen. Am vergangenen Donnerstag habe ich an ihrem sechzigsten Geburtstag bei der Verleihung des Freiheitspreises an Wladyslaw Bartoszewski sprechen dürfen. Wieder habe ich eine Menge über den Geist und die Geschichte der FU erfahren - ich glaube, ich bin schon fast ein Gastprofessor.

Der Kern dieser Ausstellung wurde vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt in Potsdam zusammengestellt; er wurde immer wieder erweitert und neuen Erkenntnissen angepasst.
Ich hatte schon im Oktober die Gelegenheit, an der Eröffnung der Aussstellung in Bad Winsheim teilzunehmen. Damals war die Auswanderung nach Pennsylvania und die wichtige Rolle von Francis Daniel Pastorius, der aus Winsheim stammte, Schwerpunkt der Veranstaltung.

Für diese Arbeit möchte ich Ihnen, Herr Oberst Ehlert, und Ihren Kollegen herzlich danken.

Die verschiedenen Dokumente und Zeugnisse reichen weit zurück in die Geschichte, denn über drei Jahrhunderte hinweg haben deutsche Einwanderer zur Entwicklung der USA beigetragen.  Mehr Amerikaner haben Wurzeln in Deutschland als in jedem anderen Land. Auch die Familie meines Großvaters kam in den Siebzigerjahren des 19. Jahrunderts aus der Gegend um Würzburg in die Great Plains und danach an die Westküste der Vereinigten Staaten.

Aber Amerika hat nicht nur empfangen; Amerika hat auch gegeben. Die “Wege zur Freundschaft”, so der deutsche Titel der Ausstellung, waren nicht einseitig. Und dies wird hier in Berlin und an der Freien Universität Berlin stets besonders deutlich. 

Wir befinden uns, das kann man ohne Übertreibung sagen, im Ursprung der ganz besonderen Freundschaft, die nach dem Zweiten Weltkrieg zwischen den USA und zunächst Berlin, dann auch Deutschland, entstand.

Und so haben Dr.Etges und seine Mitarbeiter vom John-F.-Kennedy-Institut dieser Ausstellung ein neues Element hinzugefügt, daß sich mit dieser immer noch anhaltenden engen Bindung beschäftigt. Zahlreiche offizielle und private Dokumente zeigen die enge Verbindung und den wichtigen Einfluss, den Privatpersonen und Institutionen in den USA auf die Gründung und Entwicklung der Universität gehabt haben.

Nach dem Ende der Herrschaft der Nationalsozialisten ruhten auf der alten Berliner Universität ja zunächst große Hoffnungen auf eine freie Wissenschaft, ein freies Studium.

Diese Hoffnungen wurden von der ostdeutschen Verwaltung nur zu bald enttäuscht. Und so wurde mit Hilfe des Berliner Magistrats und der amerikanischen Behörden die Gründung einer neuen Freien Universität in Angriff genommen.

Ich wünsche der Ausstellung, dass zahlreiche der heutigen Studenten sie besuchen, und dass sie verstehen, worauf die tiefe Feundschaft der Menschen in meinem Land zu dieser Stadt und ihren Bürgern beruht, eine Freundschaft, die auch schwierige Zeiten überstanden hat und überstehen wird.

Ich wünsche der Freien Universität alles Gute zu ihrem sechzigsten Geburtstag und hoffe mit Ihnen auf eine erfolgreiche und glanzvolle Zukunft.

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