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Tänze für das Blaue Haus in Breisach
Breisach
3. August 2006
Bürgermeister Rein, vielen Dank für diesen Empfang zu Ehren der Teilnehmer, Organisatoren und Unterstützer des Projektes "Tänze für das Blaue Haus".
Dr. Walesch–Schneller, sehr geehrte Freunde des Blauen Hauses, ich könnte mir keine passendere Würdigung Ihrer Bemühungen zum Gedenken an die jüdische Gemeinde von Breisach vorstellen als diesen Tanzabend.
Heute schlagen wir ein neues Kapitel in einer Geschichte auf, die vor fast 20 Jahren begann, als Jonathan Hollander Sie hier in Breisach besuchte und etwas über die Geschichte der jüdischen Bevölkerung der Stadt erfuhr. Dr. Walesch-Schneller, ebenso wie Sie davon geträumt haben, das Blaue Haus zu Ehren der Opfer des Holocaust wieder herzustellen, träumte Jonathan Hollander davon, hier aufzutreten.
Im Laufe der Jahre waren die Menschen von Breisach, die sich mit der Tragödie des Holocaust auseinandersetzten, stets eine Inspiration sowohl für ihn als auch für Aviva Geismar. Für alle an dem Projekt Blaues Haus Beteiligten bestand die hauptsächliche Herausforderung darin, die Lektionen des Zweiten Weltkriegs zu bewahren, wenn die persönlichen Erinnerungen zu schwinden beginnen. Dabei erfuhren viele Menschen von sehr persönlichen verloren gegangenen Familienbindungen und lernten, dass die Lektionen der Geschichte der Stoff für dauerhafte Erinnerungen sind. Das Tanzprojekt Blaues Haus baut auf diesen Lektionen auf, indem es für kommende Generationen eine Brücke zwischen gestern, heute und morgen baut.
Ein jiddisches Sprichwort besagt: "Es ist gut über vergangenen Kummer zu sprechen." Es ist wichtig, Zeugnis abzulegen über die tragischen Ereignisse der Vergangenheit. Künstlerischer Austausch wie dieses Tanzprojekt berühren den Kern unserer Menschlichkeit und sind die beste Möglichkeit, eine Vertrauensbasis zu schaffen.
Ich bin sehr stolz, dass das Konsulat und die Botschaft in der Lage waren, dieses Projekt zu unterstützen. Die Bedeutung dieser Initiative wird noch dadurch betont, dass für sie die Kulturförderung des US-Außenministeriums bewilligt wurde. Jedes Jahr unterstützen wir verschiedene künstlerische Programme, aber meine Kollegen vom Konsulat in Frankfurt und des Deutsch-Amerikanischen Instituts in Freiburg haben mir erzählt, als wie lohnend sie die Zusammenarbeit mit den Freunden des Blauen Hauses, mit Jonathan Hollander und Aviva Geismar, den Tänzern der Battery Dance Company und Drastic Action sowie den in der Ausbildung befindlichen Tänzern und Schülern aus der Region empfunden haben.
Herzlichen Glückwunsch Ihnen allen. Ihr Engagement und Ihr persönlicher Einsatz sind lobenswert.


