Pressekonferenz zum Umzug
Botschafter William R. Timken jr.
Berlin, 19. Mai 2008
Es gilt das gesprochene Wort.
Ich möchte der Dresdner Bank dafür danken, dass sie Gastgeber dieser Pressekonferenz ist. Unsere neuen Nachbarn am Pariser Platz waren während des Baus unserer neuen Botschaft sehr gastfreundlich und entgegenkommend. Wir freuen uns darauf, uns zu revanchieren.
Ende dieser Woche werden wir in das neue Gebäude einziehen und uns auf die feierliche Eröffnung vorbereiten, die in diesem Jahr mit dem traditionellen Empfang der Botschaft anlässlich des amerikanischen Unabhängigkeitstages am 4. Juli einhergeht. Am Unabhängigkeitstag feiern die Amerikaner Freiheit und Demokratie im eigenen Land und auf der ganzen Welt. Amerikaner standen jahrelang bewaffnet hier in Berlin und an anderen Orten in Deutschland, um die Freiheit in diesem Land zu schützen. Das war eine Säule der amerikanischen Außenpolitik. In diesem Jahr kehren wir an den Standort der alten amerikanischen Botschaft zurück. Sie wurde im Krieg stark beschädigt und später abgerissen, um Platz für eine Mauer zu schaffen, die eine Stadt, ein Land und einen Kontinent teilte. Es gibt keinen geeigneteren Anlass als diese Rückkehr, um den Sieg dieser Werte zu feiern.
Wir fühlen uns geehrt, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel und der ehemalige Präsident George H. W. Bush an diesem besonderen Tag bei uns sein werden. Ich habe oft gehört, wie die Bundeskanzlerin über ihre Beteiligung an den ersten demokratischen Wahlen in der DDR im März 1990 und ein paar Monate später, im Dezember desselben Jahres, an den ersten Wahlen in einem wiedervereinigten Deutschland gesprochen hat.
Ich habe auch gehört, wie der ehemalige Präsident Bush und andere, die an den Zwei-plus-Vier-Gesprächen und den Ereignissen beteiligt waren, die zum Fall der Berliner Mauer führten, darüber sprachen, wie die Vereinigten Staaten auf der Bedeutung der deutschen Souveränität bestanden. Die Vereinigten Staaten wollten Deutschland als starken demokratischen Partner beim Aufbau eines neuen Europas und einer neuen transatlantischen Partnerschaft. Diese Vision ist jetzt Realität.
Anlässlich des 60. Jahrestages der Luftbrücke wird auch eine Gruppe von ehemaligen Luftbrückepiloten an der Eröffnungszeremonie der Botschaft am 4. Juli teilnehmen, unter ihnen Oberst Gail Halvorsen. Damals, im Jahr 1948, kannten diese Piloten die ursprüngliche Botschaft, das Palais Blücher, mit Sicherheit gut. Die Ruine stand neben dem Brandenburger Tor. Ich kann mir vorstellen, wie bewegend die feierliche Eröffnung unserer neuen Botschaft an diesem Standort für die Piloten sein muss. Durch ihr Opfer sind wir wieder zum Ausgangsort zurückgekehrt.
Am 4. Juli wird es ein musikalisches Programm sowie Unterhaltung durch das Konzerthausorchester Berlin, die U.S. Air Force Jazz Band und Stars in Concert geben. Ich habe mich sehr über die vielen großzügigen Spendenangebote gefreut. Ich bin überzeugt, dass dieses besondere Programm für den 4. Juli diesem wichtigen Anlass angemessen ist. Wie am Unabhängigkeitstag üblich, wird am Abend des 4. Juli ein Feuerwerk das festliche Programm abschließen.
Das Feuerwerk wird auch der Startschuss für das Amerikafest sein, das der Verband der Deutsch-Amerikanischen Clubs e. V. am 5. Juli am Pariser Platz und rund um das Brandenburger Tor veranstaltet. Wir sind sehr stolz darauf, dass der Verband die Feierlichkeiten zu seinem eigenen 60. Jahrestag mit der festlichen Eröffnung der neuen Botschaft verbindet. Der Verband wurde vor 60 Jahren am gleichen Tag gegründet, an dem die Luftbrücke begann. In den vergangenen 60 Jahren war der Verband ein Eckpfeiler der deutsch-amerikanischen Freundschaft. Die Clubs haben unzählige Austauschveranstaltungen und viele Partnerschaften von dauerhaftem Wert gefördert. Die Verbandspräsidentin, Annette Thor, ist heute hier, um Ihnen zu erläutern, was für den 5. Juli geplant ist. Ich möchte Frau Thor und allen Mitgliedern der Clubs in ganz Deutschland für die Rolle danken, die sie in der deutsch-amerikanischen Partnerschaft spielen.
Unsere neue Botschaft ist ein Symbol für diese Partnerschaft im 21. Jahrhundert und die Zukunft, sie dient aber auch als lebendige Erinnerung an die Vergangenheit. Mit genau dieser Absicht wurde das Gebäude von Moore Ruble Yudell entworfen, den Gewinnern der ersten Architekturausschreibung durch das US-Außenministerium seit Jahrzehnten. Der Architekt John Ruble ist heute hier, um den Prozess zu beschreiben. Der Auftrag, den er gemeinsam mit seinen Kollegen übernommen hat, bestand darin, ein Gebäude zu entwerfen, das sich vollständig in das neue Herz Berlins einfügt und gleichzeitig für die Prinzipien und Standards der amerikanischen Diplomatie steht. Genau das haben sie getan.
Diese Tage sind für die Mitarbeiter der Botschaft sehr aufregend. Wir möchten uns nochmals bei unseren sehr guten Freunden in Berlin und ganz Deutschland für ihre Unterstützung bedanken.


