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Gedenkzeremonie zum 11. September in Berlin
Berlin, 11. September 2008
Botschafter William R. Timken jr.  



Herr Simon, Frau Süsskind, Reverend Coltvet, Imam Heider, Rabbi Ederberg, Dr. Joffe,
  

meine sehr verehrten Damen und Herren, 

liebe Freunde! 

Seit dem 11. September 2001 halten die Amerikaner in ihren Gemeinden jedes Jahr nationale Gebets- und Gedenktage ab und gedenken der Menschen, die an diesem schrecklichen Tag ihr Leben verloren haben, und ehren all jene, die im Angesicht des Terrors Hilfe leisteten. Für Sue und mich ist es Ausdruck der starken Bande zwischen unseren beiden Ländern, dass sich unsere deutschen Freunde jedes Jahr mit uns an den Schmerz und die Zerstörung des 11. September erinnern. 

Die Zeit kann die Erinnerungen und die Trauer jener, die einen lieben Menschen verloren haben, nicht löschen, aber man kann aus dieser Tragödie etwas lernen: wie wichtig es ist, Menschen zusammenzubringen, um der Rhetorik des Hasses und den furchtbaren Terroranschlägen etwas entgegenzusetzen. Wir werden damit an unsere Liebe für unsere Mitmenschen erinnert. 

Dies ist die vierte Gedenkzeremonie zum 11. September, die Sue und ich während unserer Zeit in Deutschland mitgestalten durften. Jedes Jahr war ein religionsübergreifender Gottesdienst, der gemeinsam mit unseren Freunden in den christlichen, jüdischen und muslimischen Gemeinden organisiert wurde, zentraler Punkt des Gedenkens. Wir sind jeder einzelnen Organisation dankbar, die die Botschaft dabei unterstützt hat, der Opfer der Terroranschläge vom 11. September zu gedenken. Vor zwei Jahren wurde die Zeremonie in der American Church in Kreuzberg abgehalten. Voriges Jahr taten wir uns mit der Muslimischen Akademie und dem Berliner Beauftragten für Integration und Migration zusammen. Dieses Jahr möchte ich dem Centrum Judaicum danken, dass die Zeremonie zum Gedenken an alle Opfer von Terrorismus, unabhängig von ihrer Religion, Hautfarbe oder Nationalität, hier stattfinden kann.    

Ich persönlich war schon immer der Meinung, dass Menschen aller Glaubensrichtungen viel gemeinsam haben. Die meisten Menschen wollen ähnliche Dinge für sich und ihre Familien - Bildung und Gesundheitsfürsorge, eine sichere Nachbarschaft, eine gute Arbeitsstelle. Sie wollen in ihrem Leben etwas bewirken.   

Das sind nicht Träume einer Nation oder eines Volks, sondern Träume aller Menschen.   

Als Christ sind meine obersten Gebote, Gott und meinen Nächsten zu lieben. Meine jüdischen und muslimischen Freunde sagen mir, dass das Gleiche auch für sie gilt.    

Sieben Jahre nach dem 11. September 2001 trauern wir gemeinsam mit jenen, die noch immer trauern, und finden im Glauben Trost. Gemeinsam beten wir für diejenigen, die ihr Leben verloren haben, und wir beten für Kraft für die vor uns liegende Arbeit. Vielen Dank, dass Sie heute hier bei uns sind.

Möge Gott uns alle schützen.

 

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