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USA übergeben Gemälde des deutschen Malers Heinrich Bürkel an Deutschland
Botschafter William R. Timken jr.
Berlin
10. Februar 2006
Es ist eine Ehre für die Botschaft, Gastgeber dieser Veranstaltung zu sein. In meiner kurzen Zeit als Botschafter hatte ich vor einigen Tagen die wunderbare Aufgabe, etwa 26 Menschen in Frankfurt als amerikanische Staatsbürger zu vereidigen, was ich als einzigartige und große Ehre empfand.
Das Ereignis heute ist für mich von ähnlicher Bedeutung und Einzigartigkeit, da ich fest davon überzeugt bin, dass rechtmäßigen Eigentümern ihr Eigentum zusteht. Heute sind wir also dank des FBI-Programms zur Bekämpfung von Kunstdiebstahl in der Lage, offiziell drei Gemälde des deutschen Malers Heinrich Bürkel an ihren rechtmäßigen Eigentümer, das Heimatmuseum Pirmasens, zurückzugeben. Diese und eine Reihe weiterer Bilder verschwanden während der Wirren der letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs, als Soldaten der 66. US-Infanteriereserve sowie der 71. US-Infanteriedivision gegen deutsche Truppen kämpften und Ihre Stadt besetzten.
Die Abteilung des FBIs zur Bekämpfung von Kunstdiebstahl arbeitete eng mit Ihrer Stadt, dem Heimatmuseum Pirmasens und der deutschen Botschaft in Washington zusammen, um die Gemälde wiederzubeschaffen. Es ist schwierig, ihre gesamte Geschichte und die Orte, an denen sie sich in den vergangenen 60 Jahren befanden, zu rekonstruieren, aber wichtig ist, dass es weiterhin Bemühungen gibt, Kulturgüter an ihre rechtmäßigen Eigentümer zurückzugeben. Dies ist ein schwieriger und anspruchsvoller – nicht immer erfolgreicher – Prozess, aber wichtig ist, dass ständig Anstrengungen unternommen werden.
Der Raub – oder die Zerstörung – des kulturellen Erbes eines Landes waren leider seit der frühesten Geschichte der Menschheit Bestandteil der Kriegsführung. Es gibt viele Beispiele, sowohl aus der älteren als auch der jüngeren Geschichte, die weit über isolierte Taten einzelner Soldaten hinausgehen.
Heute spielt der illegale Handel mit Kunst und Kulturgegenständen im internationalen Verbrechen eine große Rolle. Besonders stolz bin ich darauf, dass unser FBI sich im Rahmen seines Programms zur Bekämpfung von Kunstdiebstahl mit dem illegalen Handel gestohlener Kunst und Antiquitäten befasst . Es unterhält Kontakte zu Experten aus verschiedenen Bereichen der Kunst sowie zu internationalen Strafverfolgungsbehörden. Diese schwer arbeitenden Strafverfolgungsbeamten waren an zahlreichen Wiederbeschaffungsmaßnahmen beteiligt, unter anderem der Zurückerlangung eines Gemäldes von Rembrandt im Wert von 36 Millionen Dollar, das aus dem Nationalmuseum Stockholm in Schweden gestohlen wurde, seltener Beleuchtungskörper, die aus Frankreich entwendet wurden sowie seltener Bücher und Drucke, die während eines bewaffneten Raubüberfalls auf die Transylvania University Library in Lexington (Kentucky) gestohlen wurden.
Die Sonderermittler, die heute anwesend sind, haben den richtigen Zeitpunkt gewählt, um Berlin zu besuchen – während des jährlichen Filmfestivals. Wenn man sich die Handlungen von Filmen ansieht, würden Geschichten über gestohlene Kunstwerke vielleicht ganz gute Filme abgeben. Aber wir sind hier nicht im Film, dies ist das wahre Leben. Ich möchte noch hinzufügen, dass eine der besonderen Herausforderungen, denen diese Abteilung sich zurzeit stellen muss, das Aufspüren von Objekten und Dokumenten ist, die aus Museen und kulturellen Stätten im Irak entwendet wurden, wie beispielsweise acht Zylindersiegel, die kürzlich von der FBI-Abteilung zur Bekämpfung von Kunstdiebstahl wiedererlangt wurden. Diese Arbeit ist Teil unserer Bemühungen, den Irak dabei zu unterstützen, eine bedeutendes Mitglied der internationalen Gemeinschaft zu werden.
Ich möchte jetzt Agent Ives bitten, nach vorne zu treten, so dass wir ihm und seinen Kollegen zu ihrem Erfolg gratulieren können. Die Vereinigten Staaten haben in diesen Fällen, wie auch im Fall Ihrer Gemälde, gezeigt, dass sie das archäologische und kulturelle Erbe anderer Gesellschaften achten. Die Vereinigten Staaten sind von Beiträgen von Menschen aus der ganzen Welt bereichert worden. Die Achtung vor der Kultur und den Werten anderer ist daher ein wichtiger Bestandteil dessen, was Amerika ausmacht. Die heutige Zeremonie bietet die Gelegenheit, das Engagement von Agent Ives und vielen anderen für diese Ideale zu demonstrieren.
Vielen Dank.


