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Gedenkzeremonie des Deutschen Feuerwehrverbandes zum fünften Jahrestag des 11. September
Botschafter William R. Timken jr.
Cottbus
10. September 2006
Sehr geehrter Herr Helmdach,
sehr geehrter Herr Minister Schönbohm,
Landrat Friese,
Oberbürgermeister Kelch,
Präsident Brömme,
sehr geehrte Abgeordnete aus Berlin und Brandenburg,
sehr verehrte Gäste!
Meine Frau und ich sind sehr glücklich über die Einladung, an diesem wunderschönen Tag an dieser Veranstaltung teilzunehmen. Morgen begehen wir den fünften Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September. Es wird ein Tag der Trauer im Gedenken an jene sein, die ihr Leben verloren haben. Wir werden jene würdigen, die mit außergewöhnlichem Mut und außergewöhnlicher Opferbereitschaft vortraten. Rettungsleute und Krisenreaktionskräfte kamen aus der gesamten Umgebung von New York nach Manhattan, um Leben zu retten. Ihre Heldentaten nehmen in der Geschichte und in unseren Herzen einen dauerhaften Platz ein. Aufgrund ihres Mutes und ihrer Pflichterfüllung wissen Bürger auf der ganzen Welt die Rolle, die Feuerwehrleute und Polizeibeamte in unserer Gesellschaft spielen, nun noch mehr zu schätzen. Wir würdigen die heute hier Anwesenden – Menschen wie Anthony Leonick und Kevin Dermody, beide Feuerwehrmänner, die am 11. September auf die Notrufe aus dem World Trade Center reagierten. Wie Sie wissen, sind beide heute mit ihren Familien hier.
Unter uns ist heute auch Nancy Kammerer von den Friends of Firefighters und William Schleyer von der Steuben Association, einer Organisation, die die Mitglieder der New Yorker Polizei vertritt, die deutscher oder österreichischer Abstammung sind. Wir sprechen Ihnen allen unsere Anerkennung aus, indem wir jener gedenken, die nicht mehr unter uns weilen, ebenso wie ihrer Freunde und Angehörigen.
Wir erinnern uns auch an das Mitgefühl der Menschen aus der ganzen Welt. In den Tagen nach dem 11. September kamen tausende von Menschen an die Botschaft in Berlin und zu unseren Konsulaten im ganzen Land, um ihr Beileid zu bekunden. Die Menschen in Deutschland demonstrierten auf vielerlei Weise ihre Unterstützung für Amerika und die Amerikaner.
Wie Sie wissen, baute die Berliner Feuerwehr eine Brücke nach Amerika. Spenden kamen aus ganz Deutschland und Feuerwehrleute, die an den Bergungsarbeiten am World Trade Center beteiligt waren, ihre Familien und Angehörige von Opfern wurden nach Deutschland eingeladen. Viele Menschen sammelten Geld und nahmen sich die Zeit, die notwendigen Vorbereitungen zu treffen.
Sie begrüßten fremde Menschen und nahmen sie in ihrem Haus auf. Die Initiative war eine Quelle des Trostes, nicht nur für die betroffenen New Yorker, sondern für alle Amerikaner. Wir waren dankbar und zutiefst berührt von diesen Gesten der Großzügigkeit und des Mitgefühls. Welch wunderbares Beispiel für die deutsch-amerikanische Freundschaft und welch großartiges Zeugnis unserer gemeinsamen Werte und Ideale.
Der 11. September bekräftigte unseren Glauben an die Würde des Einzelnen. Obwohl die Terroristen wiederholt ihre Verachtung gegenüber dem menschlichen Leben gezeigt haben, unabhängig von Hautfarbe, Ethnie oder Religion, haben diejenigen, die das Leben in Ehren halten, obsiegt. Unser Wille ist ungebrochen. Er ist sogar stärker als je zuvor. Unsere Fähigkeit, eine friedliche Welt zu schaffen, hängt davon ab, wie wir zusammenarbeiten, Seite an Seite, als Partner. Das haben wir aus dem 11. September gelernt – einander über Grenzen hinweg die Hand zu reichen, während wir unsere Werte verteidigen.
Ich bin sicher, dass keiner von uns hier je vergessen wird, wo wir waren oder was wir gerade taten, als wir die schrecklichen Nachrichten dessen erhielten, was in New York, in Washington und auf einem Feld in Pennsylvania am 11. September 2001 geschah. Die Bilder dieses Tages werden uns immer in Erinnerung bleiben, aber das Bild, an das ich mich erinnere, wenn ich an den 11. September denke, ist eine Lichterzeremonie am Ground Zero. Zwei Lichtstrahlen leuchteten in den nächtlichen Himmel Manhattans. Ich habe ein Foto dieser beiden Lichttürme in meinem Büro, da sie für mich das Symbol des ungebrochenen Willens sind, der uns durch den schlimmsten Tag in der Geschichte Amerikas half – mit der Hilfe unserer Freunde.
Lassen Sie mich noch etwas Persönliches hinzufügen. Das ist auch mit ein Grund, warum wir uns über die Einladung so sehr freuen. Unser Sohn ist Polizeibeamter in Los Angeles und nimmt jedes Jahr an den Zeremonien am Ground Zero in New York teil. Er erinnert mich immer daran, dass an diesem einen Tag mehr Polizeibeamte und Feuerwehrleute gestorben sind als je zuvor in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Sue und ich wissen, welchen Mut diese tapferen Helfer gezeigt haben, und wir fühlen uns geehrt, heute hier bei Ihnen zu sein.
Vielen Dank.
Originaltext: September 11 Memorial Ceremony


