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Botschafter Timken
Jazzkonzert - Amerika sagt "Danke, Deutschland!"

Berlin
7. November 2005

Herr Staatssekretär Diwell,
meine Damen und Herren,

Hurrikan Katrina zerstörte die Häuser und Arbeitsplätze vieler Menschen in New Orleans, aber er konnte ihren Geist nicht brechen. Die Stadt New Orleans gilt in den Vereinigten Staaten und auf der Welt als Sinnbild für Kultur und Kreativität. In den Vereinigten Staaten ist die Stadt aufgrund des relaxten und gelassenen Lebensstils als Big Easy bekannt. Sie ist eine Stadt wie keine andere auf der Welt, ein Schmelztiegel der Menschen und Kulturen. In der Stunde der Not leisteten ebenso viele Nationen der Stadt Hilfe, wie in den vergangenen 300 Jahren dazu beigetragen haben, die Kultur von New Orleans zu prägen.

Als Zeichen der Dankbarkeit für die Hilfsbereitschaft der internationalen Gemeinschaft nach den Hurrikanen Katrina und Rita begrüßte das US-Außenministerium den Vorschlag des Jazz at Lincoln Center, als Dank für einige der Länder, die so großzügige Unterstützung angeboten haben, fünf Bands ins Ausland zu schicken, die die großartigen Traditionen des New Orleans Jazz verkörpern. Dieses Konzert heute Abend ist eine Geste der Dankbarkeit der Menschen in New Orleans und aller Amerikaner an Deutschland – an die Regierung, Unternehmen, Schulen, Kirchen und die vielen Einzelpersonen, die auf so vielerlei Art einen Beitrag zur Unterstützung der Opfer geleistet haben. New Orleans und die Amerikaner sagen danke.

Im Namen der Botschaft möchten wir den außerordentlichen Beitrag des Technischen Hilfswerks des Bundesinnenministeriums würdigen. Ein aus Mitteln der humanitären Hilfe des deutschen Außenministeriums finanziertes Team von Ingenieuren und Medizinern des Technischen Hilfswerks, der Johanniter-Unfall-Hilfe and der luxemburgischen Zivilverteidigung traf Anfang September in den Vereinigten Staaten ein. Sie stellten 15 Hochleistungspumpen auf und pumpten bis Ende September mehr als eine Million Kubikmeter Flutwasser aus New Orleans ab. Ein zweites Team übernahm Ende September und führte die Arbeiten bis zum 20. Oktober fort. Die Mitglieder der Teams arbeiteten rund um die Uhr und leisteten so einen unverzichtbaren Beitrag zu den Anstrengungen des U.S. Army Corps of Engineers, das Flutwasser abzupumpen. Einige Mitglieder dieser Teams sind heute Abend hier. Ich möchte sie bitten aufzustehen. Meine Damen und Herren, bitte applaudieren wir ihnen gemeinsam. Vielen Dank.

Besondere Anerkennung möchten wir auch den Schülern und Lehrern des Carl-Bechstein-Gymnasiums in Erkner zollen, die für die Opfer von Hurrikan Katrina ein Benefizkonzert gegeben haben.

Unser Dank gilt auch den Schülern und Lehrern der Clay-Oberschule in Rudow. Mit ihrem Projekt Band of Friendship sammeln sie Geld, damit sie einige Schüler der Benjamin Franklin High School, ihrer Partnerschule in New Orleans im deutsch-amerikanischen Partnerschaftsprogramm, nach Berlin bringen können, um ihr Schuljahr hier zu beenden.

Ich wünschte, wir hätten Zeit, jedem Einzelnen und allen Organisationen zu danken, die so hart gearbeitet haben, um uns zu helfen. Jene von Ihnen, die heute Abend hier sind, und die vielen anderen Menschen in Berlin und in ganz Deutschland – bitte nehmen Sie unseren von Herzen kommenden Dank an.

Während sich die Stadt New Orleans erholt, gilt unser tiefes Mitgefühl anderen Menschen auf der Welt, die von Naturkatastrophen betroffen sind. Das tragische Erdbeben in Südasien, die Erdrutsche in Guatemala, die Dürre in Westafrika, ganz zu schweigen von dem Tsunami vorigen Dezember – all dies sind Mahnungen an die Zerbrechlichkeit menschlicher Siedlungen angesichts von Naturgewalten.

Nach derartigen großen Naturkatastrophen ist materielle Unterstützung für die Linderung des unweigerlich folgenden menschlichen Leids entscheidend. Langfristig gesehen, stützen sich die Menschen beim Wiederaufbau ihrer Gemeinschaften allerdings auch stark auf ihre kulturellen Traditionen. Die Wiederherstellung des kulturellen Erbes an der Golfküste ist für diese Gemeinden ein wesentlicher Teil der Wiedergeburt. Während wir uns zusammentun, um den von Naturkatastrophen betroffenen Gebieten humanitäre Hilfe zukommen zu lassen – sei es in den Vereinigten Staaten, Pakistan, Mittelamerika oder Afrika – ist es wichtig, auch Hilfe für die menschliche Seele anzubieten.

Welch wunderbare Erinnerung an unsere Menschlichkeit: unsere aufrechte Sorge um andere Menschen in Zeiten der Not.

Heute Abend heißen wir eine Gruppe talentierter Musiker aus New Orleans und Umgebung willkommen. Ihre Musik ist ein integraler Bestandteil der seelischen Stärke der Menschen dieser Region.

Bevor wir beginnen, möchte ich Jazz Radio für die technische Unterstützung heute Abend danken. Ich möchte auch Deutschlandradio Kultur danken. Sie nehmen dieses Konzert heute Abend auf und werden es zu einem späteren Zeitpunkt senden. Eine letzte Ankündigung. Ich möchte Sie noch einmal daran erinnern, dass Sie alle nach dem Konzert zu einem kleinen Empfang eingeladen sind.

Und nun, heißen Sie mit mir aus New Orleans willkommen – das Marlon Jordan Quartet mit Stephanie Jordan.

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